Mädelskram, Chaos und ein Abenteuer • 3/3

mädelskramchoasabenteuer_titel

Heute erzähle ich euch im letzten Teil meines verrückten und chaotischen Wochenendes, wie der Videodreh meines Freundes zu einem Abenteuer wurde.

Wie einige von euch wissen, ist mein Freund Musiker. Er und einer seiner besten Freunde hatten sich schon letztes Jahr zusammen getan, um ein gemeinsames Album zu machen.

Nach vielen kreativen Sessions im Studio, stehen die Videodrehs an. Da ich meinen Freund dabei unterstütze, kümmere ich mich auch um ein paar Dinge um ihm den Rücken ein bisschen frei zu halten. Also hatte ich mich nach ein paar Gesprächen über das Videokonzept dran gemacht, eine passende Location zu finden.

Nach stundenlangen Suchen im Internet, unzähligen Nachrichten die hin und her geschrieben wurden und langen Fahrten zu Locations die leider nicht mehr begehbar waren, hatte ich endlich unsere Location für den Dreh gefunden.

Heruntergekommen, kaputt und einfach perfekt für den Videodreh.

Nachdem wir die Location mehrmals besichtigt hatten und die Planung stand, ging es nach dem Shooting mit Jasmin direkt los. Da mein Auto am morgen nicht angesprungen war, musste ich noch mal kurz zu meinen Eltern ein paar Requisiten für den Dreh abholen. Danach bin ich direkt weiter zur Videolocation.

Es war schon fast dunkel. Die Requisiten wurden ausgeladen und an ihren Platz gebracht. Die Autos ein bisschen fernab geparkt. Wir wollten ja kein Aufsehen erregen, denn wie es so bei einem LostPlace ist, ist das Betreten verboten.

Vom Auto zurück wieder an der Location angekommen ging es dann los mit Set Aufbau. Wo sollte welche Storyline vom Video gedreht werden. Nachdem wir alles eingerichtet hatten, haben wir uns auch ein kleines Nachtlager hergerichtet. Ausgestattet mit Feuerschale, Grill, Bier, warmen Decken und guter Laune, saßen wir also da und haben es uns gemütlich gemacht. Geplant war, dass wir um 4 Uhr Sonntag morgens starten und unser Nachtlager aufräumen und dann anfangen zu drehen. Irgendwann gegen 2.30 Uhr nachts beschlossen wir alle uns noch ein bisschen aufs Ohr zu hauen.

Ich hatte allerdings auch schon in der Runde ein bisschen gedöst, da ich Sonntag mit meiner liebsten Larissa nach Würzburg zu Kubagrafie fahren wollte. Also hatten sich jeder von uns vier so ein bisschen sein Plätzchen zum schlafen gesucht und zurecht gemacht.

Bis dahin fand ich es auch wirklich noch sehr gemütlich und ich habe mich auch echt wohl gefühlt. Aber so kurz bevor ich fast eingeschlafen war, hörte ich plötzlich ein Geräusch und schreckte auf. Mein Freund bekam auch relativ schnell mit, dass ich nicht weiter schlafen konnte. Irgendwie war mir wirklich mulmig im Bauch. Wir haben uns dann kurzerhand dazu entschieden unsere Schlaflager zusammen zu legen und haben es uns unter freim Sternenhimmel gemütlich gemacht.

Gemütlich aneinander gekuschelt bin ich dann auch relativ schnell eingeschlafen. Doch ganz plötzlich schreckte ich von einem lauten und komischen Geräusch auf. Die Geräusche waren irgendwie unglaublich nah. Wir schliefen direkt hinter einem alten Haus im Hof. Das Haus war vernagelt, so dass man nirgends rein konnte und das schon lange Zeit. Lediglich im Erdgeschoss war ein kleines Fenster im Gemäuer, bei dem die Scheibe eingeschlagen war. Die daneben liegende Tür, verschlossen. Entlang der Wand links neben dem Fenster eine Treppe nach oben und darunter alte Regale. Direkt unter der Treppe waren diese auch schon richtig zugewachsen. Aus dieser Ecke schienen die Geräusche für mich zu kommen.

Im Nachhinein muss ich sagen, kann ich einfach wirklich nicht sagen, was für Tierlaute das waren. Aber eines weiß ich ganz sicher, gehört habe ich solche Tierlaute bisher in meinem Leben noch nicht. Das gab mir echt en sehr merkwürdiges Gefühl. Wenn ich so darüber nachdenke, wie viele Tiere man doch eigentlich beim Namen und Aussehen kennt, aber sie unter Umständen gar nicht an ihren Lauten erkennt. Krass.

Ich bekam es also wirklich richtig mit der Angst zu tun. Immer wieder krächtzte es so komisch. Einerseits hörte es sich an, wie zwei Katzen die sich ankeiften andererseits hätten es aber auch Vögel sein können. Aber angehört hat es sich eigentlich viel größer. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass Katzen oder Vögel solche komischen und wirklich bedrohlichen Laute abgeben können.

Mein Freund meinte ja es wären einfach nur Fledermäuse, aber das rechne ich mal seinem Halbschlaf zu. 😛

Da es einfach nicht aufhörte, aber die anderen beiden ganz seelenruhig weiter schliefen und gar nichts mitbekamen, bat ich meinen Freund darum, dass wir im Auto schlafen. Eigentlich war er wirklich müde und hatte gar kein Bock zum Auto zu laufen. Denn das hatten wir ja, zusammen mit den anderen, ein bisschen weiter weg gepartk um kein Aufsehen zu erregen. Da ich aber so unruhig wurde und nach unregelmäßigen Pausen diese Laute immer wieder kamen, ließ er sich dann doch breitschlagen.

Im Auto angekommen, bin ich ohne Witz seelenruhig eingeschlafen und habe gepennt wie ein Baby. 😀 Doch damit noch nicht genug. 😛

Aufgewacht sind wir ein bisschen später als geplant, aber noch rechtzeitig um mit dem Dreh anzufangen. Wir wollten unbedingt den Sonnenaufgang für die Lichtstimmung nutzen. Als wir gerade aus dem Auto aussteigen und zum Lager zurück laufen wollten, kam ein schwarzer Transporter zu uns gefahren und hielt an. Wir dachten nur: „Der hat gecheckt was wir vor haben und schickt uns jetzt da weg.. alles umsonst.“

Der Mann meinte dass wir hier gar nicht sein dürften und bitte keinen Dreck hinterlassen sollten. Man muss sich das vorstellen. 😀 Vier Autos unter einer Brücke in einer Reihe geparkt, 500m weiter die Location und nur zwei Leute bei den Autos. Merkwürdig kam dem das bestimmt vor, wie sich auch später deutlich machte.

Als er weg gefahren war, haben wir uns direkt aufgemacht und sind zur Location vor gelaufen. Das Lager bereits aufgelöst, das Set schon komplett mit allen Details vorbereitet zum Dreh. Alles sollte am Ende eine Endzeit Stimmung erzeugen. Eine kaputte Welt.

Wir fingen mit dem Dreh an. Es wurde immer heller und der Sonnenaufgang stand kurzbevor. Uns viel auf, dass man von der vorbei führenden Straße an einer kleinen Stelle doch hinter das Gebäude und somit genau in unser Set gucken konnte. Etwas erkennen konntem man aber auch nur, wenn man im vorbei fahren genau hinschaut.

Der Mann mit dem Transporter, wusste ganz genau wo er hinschauen musste. Denn in Abständen von ca 20-30 Minunten fuhr dieser Transporter immer und immer wieder die Straße auf und ab. Nach dem dritten Mal dachten wir schon, wir sollten besser zusammen räumen. Wir waren uns eigentlich ziemlich sicher, dass wir nicht wie geplant alles fertig drehen können. Andererseits waren schon ca 1,5h rum seit dem er nach der Begegnung auf dem Parkplatz das erste Mal wieder vorbei fuhr.

In der Zeit hätte er ja eigentlich auch schön längst was unternehmen können. Denn immerhin waren wir ja unbefugt auf dem Gelände. Wir haben uns allerdings gedacht, egal was kommt, wir machen weiter solange wir können.

Gerade als wir uns umgesehen haben und die Luft rein war, machten wir für die Bildstimmung noch mal das Feuer in der Feuerschale an. Als hätte er sich auf die Lauer gelegt, kam der Transporter wieder vorbei. Jetzt waren wir uns eigentlich sicher, dass er uns wirklich entdeckt hatte und nun auch endgültg die Polizei ruft.

Eine Weile war vergangen und es passierte nichts, wir drehten in der Zwischenzeit auch weiter. Der erste Teil der Story war dann auch irgendwann im Kasten und wir haben uns tierisch gefreut. Das zweite Set sollte auf der anderen Straßenseite sein, diesmal allerdings nicht im Freien. Wir packten also alles zusammen, was wir fürs zweite Set nicht mehr brauchten. Immer mit dem Hintergedanken, wenn wirklich die Polizei auftaucht, das Ganze so harmlos wie möglich aussehen zu lassen. So, dass es im Worst Case ein Platzverweis gibt.

In Vorgesprächen hatten wir uns natürlich auch Gedanken dazu gemacht, was wir dann sagen würden etc. Sowas darf man einfach bei so einer Aktion nicht außer acht lassen. 🙂

Wir hatten gerade alles sortiert, wer was ins Auto nimmt. Da kam auch schon der Streifenwagen. Augestiegen sind zwei Beamte die ein paar Meter von unserem Lager an den Zaun gelaufen kamen. Natürlich sind mein Freund und sein bester Freund direkt hingegangen. Wir packten direkt weiter zusammen. Vom Tor kam ein bisschen Gelächter und es machte den Anschein, als verlief das Gespräch mit den Polizisten ganz locker.

Als die Jungs zurück kamen, war klar wir mussten unsere Zelte abbrechen. Die Polizisten kamen dann auch aufs Gelände nach und begutachteten unsere ganzen Requisiten. Als die Polizistin die ganzen Sachen sah, fragte Sie uns grinsend: „Und was haben Sie denn jetzt nun hier eigentlich gemacht?“

Um euch kurz ein Bild von der Sitation zu geben, die beiden hatten für den Dreh natürlich nicht gerade Hemd und Krawatte aufgelegt. 😛 In der Endzeit sieht man eben nun mal herunter gekommen aus und hat dreckige Sachen an. Dreck im Gesicht und hinter uns Grill, Feuerholz, Kohle, Wasserflaschen und viele andere Requisiten. Ich will nicht wissen was die Frau gedacht hat, als Sie das alles gesehen hat. 😀

Wir haben ihr dann natürlich erklärt, was wir gemacht haben. Wir hatten einfach das Gefühl, wenn wir denen sagen was wir hier wirklich gemacht haben, dann finden sie es eher witzig. Was dann auch so war. 🙂

Nachdem die Personalien aufgenommen waren, musste sie uns trotzdem leider belehren. Eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch wird natürlich gestellt. Aber der Richter entscheidet ob er bei der Geschichte ein Auge zu drückt oder nicht. Unterm Strich waren wir gut vorbereitet und haben natürlich auch an so Dinge wie einen Feuerlöscher gedacht. Was uns die Polizistin auch zu Gute hielt. 🙂

Die Autos waren also gepackt und wir waren trotz dass wir nicht weiter drehen konnten, zufrieden wie es verlaufen war. Mit den beiden Polizisten konnte man echt reden und die haben es auch eher mit Humor gesehen. Wir haben ja nichts kaputt gemacht, verdreckt oder waren unkooperativ.

Als die Beamten umdrehten um weiter zu fahren, da ihre Arbeit mit uns fürs erste getan war, hielten sie noch mal kurz an. Die Polizistin stieg aus und grinste erneut. Ihre Frage hat uns allen ein Lachen ins Gesicht gezaubert. Sie fragte uns, wo man denn dann aber das fertige Video zu sehen bekommt. 😀

Das hatten wir echt noch nicht erlebt. 😀 Selbstverständlich bekommt Sie es dann per E-Mail zugeschickt, das mussten wir ihr versprechen. 😛

Nun ging es für uns alle nach Hause, bzw. für mich unter die Dusche, fertig machen und ab zu Larissa. Von dauert aus dann weiter nach Würzburg und das mit gerade mal ungefähr 2 Stunden Schlaf. 😛

Aber wie heißt es so schön, was einen nicht umbringt, macht einen nur härter. 😀

Ich hoffe ihr konntet an der einen oder anderen Stelle ein bisschen schmunzeln und ich konnte euch auf ein kleines Abenteuer mitnehmen. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .