Unter meiner Haut…

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Da ich immer wieder darauf angesprochen werde und auch ab und zu mal das eine oder andere meiner Tattoos Thema ist, habe ich mich entschieden euch ein paar Worte zu meinen Tattoos und ihrer Geschichte zu erzählen.

Der erste Schritt zu meinem ersten Tattoo dauerte ganze 6 Jahre. Als ich mir das erste Mal ernsthaft ein Tattoo wünschte, ist gerade eine schwere Zeit in meinem Leben angebrochen. Ich möchte fast behaupten, bisher die schwerste Zeit, die ich in meinen 26 Lebensjahren bislang erlebt habe. Durch einen Unfall habe ich mit 19 Jahren einen Menschen verloren, den ich sehr geliebt habe.

Da hatte ich das erste Mal den Gedanken an eine Tätowierung. Diesen Menschen, den ich verloren hatte nicht nur in meinem Herzen zu tragen, sondern auch symbolisch unter meiner Haut. Lange habe ich mir Gedanken gemacht, was ich mir stechen lasse. Etwas was uns verbindet und was ich auch nach Jahren noch genauso unter meiner Haut tragen möchte. Die Entscheidung habe ich mir nicht einfach gemacht, aber letzendlich dann das perfekte Tattoo für mich gefunden.

Sechs Jahre waren vergangen und ich war mir endlich sicher, dass ich den Schritt wage und mir mein erstes Tattoo stechen lasse.  Da mir doch ein wenig die Angst in den Knochen steckte, dass das tätowieren weh tut, habe ich mich für den linken Unterarm entschieden und als erstes ein kleines Motiv – ein „C“ und ein „M“. Dies sind die Buchstaben meiner Eltern. Der Entschluss dazu für das erste Motiv kam mir, weil auch meine Mutter und ich schon einen Unfall zusammen erlebt haben, der gerade so noch gut für uns ausgegangen ist. Und meinen Vater sehe ich nicht so oft, da er ca. 400km weit weg wohnt. So landete dann also die erste schwarze Fabe am 26. März 2014 unter meiner Haut.

15726014_1246873428692631_1092318233_oEin bisschen Gefallen hatte ich am tätowieren schon gefunden. Es war nicht sonderlich schmerzhaft, lediglich unangenehm beim stechen, aber auch nicht sooo unangenehm, dass ich es nicht wieder tun würde. Und so hatte ich dann am 09. April 2014 auch schon das zweite Tattoo, ebenfalls auf dem Linken Unterarm… mein Geburtsdatum in römischer Schrift.

Ja, vielleicht ein Klischee – jeder hat ja irgendwie römische Schriftzeichen – aber für mich war die römische Schrift dafür einfach perfekt. Für mich ist bei meinen Tattoos wichtig, dass die Aussage die dahinter steht, nicht sofort für jedermann sichtbar ist. Klar schreibe ich gerade drüber, was mir meine Tattoos bedeuten und warum ich Sie mir habe stechen lassen, aber ich würde fast darauf wetten, dass ich in Zukunft trotzdem noch das eine oder andere Mal danach gefragt werde. 😛

Meine Tattoos sind mir sehr wichtig, weil Sie wichtige Bestandteile meines Lebens oder einschneidende Lebensabschnitte darstellen. So wie auch mein drittes Tattoo.

15778322_1246876232025684_2044733354_oAm 01. August 2014 war es dann soweit. Mein drittes Tattoo stand an, das Tattoo was das bisher schlimmste Erlebnis in meinem Leben symbolisiert. Ein paar wenige Menschen wissen um den Sinn hinter diesem Tattoo, aber eben nur ein paar und das möchte ich dabei belassen.

Doch ein Teil fehlte noch, um das Puzzle perfekt zu machen. Also kam zu meinem Geburtstag am 03. März 2015 das fehlende Puzzle-Teil unter meine Haut – der Schlüssel.

Da waren es nun also schon insgesamt drei Tattoos.

Anfang des Jahres 2015 konnte ich dazu auch noch das Wunder des Lebens hautnah miterleben, denn meine Kaninchen bekamen fünf Junge. Und je mehr die kleinen Würmchen heran wuchsen, um so mehr habe ich die kleinen ins Herz geschlossen und wollte sie am liebsten gar nicht mehr hergeben.

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Also habe ich mich dazu entschlossen, die fünf kleinen und die zwei großen für immer bei mir zu tragen. Und so habe ich seit dem 05. Mai 2015 auf meinem linken Schulterblatt die fünf kleinen Pfötchen der Babys und die zwei großen Pfoten der Eltern.

Auch wenn ich die fünf kleinen Racker gerne behalten hätte, war es für die fünf die bessere Entscheidung. Sieben Kaninchen in einer Wohnung sind dann doch ein bisschen zu viel. So trage ich sie alle nun immer bei mir und dazu habe ich auch eine schöne Erinnerung an mein im Februar diesen Jahres verstorbenes Kaninchen.

Schlussendlich hat mich aber für diesen Blogbeitrag eine andere Situation inspiriert. Und zwar habe ich kurz vor Weihnachten ein Bild gepostet, auf dem noch ein Stück meines letzten Tattoos zu sehen war. Bei dem Bild, welches ich kurz vor Weihnachten gepostet habe, kam mal wieder, wie so oft, die Sprache auf mein Tattoo, dass seit dem 29. Juli 2015 meinen rechten Unterarm ziert.

15747961_1246879768691997_1142326060_oZu sehen war das Wort „Holz“, der komplette Schriftzug ist „Plastik & Holz“ – und nein er hat nichts mit diesem bekloppten doofen Lied von den 257ers zu tun, in dem es ausschließlich um Holz geht. :-/ Tatsächlich ist es auch ein Liedtitel, aber aus der Feder meines Freundes und mit einem für mich wichtigen Sinn dahinter.

Es geht darum, lieber mit wenig glücklich zu sein als mit allem unglücklich.

Deswegen muss ich ehrlich zugeben, nervt mich dieses bekloppte Holz-Lied von den 257ers einfach so unglaublich, genauso wie dieses Palmen aus Plastik Lied. Irgendwie wird mein Tattoo seit es diese Lieder gibt, nur noch damit verglichen obwohl es wirklich rein gar nichts damit zu tun hat. :-/

Keines meiner Tattoos bereue ich und das Nächste steht auch schon fest, also nur noch eine Frage der Zeit bis es soweit ist und ich das nächste unter meiner Haut trage. Ich habe nun schon das eine oder andere von Leuten gehört die ihr Tattoo bereuen und sogar mit dem Gedanken gespielt haben es lasern zu lassen oder es wirklich getan haben. Ich selbst kann mir das gar nicht vorstellen, denn ich habe über jedes meiner Tattoos nachgedacht, wenn auch manchmal nicht lange, aber das Bauchgefühl hat einfach jedes Mal gestimmt.

Im Hinblick auf das Modeln ist es ein bisschen ein zweischneidiges Schwert. Ich habe es erlebt, dass es nichts ausmacht, aber ich habe es auch schon oft bei Ausschreibungen erlebt, dass Models ohne Tattoos gewünscht sind. Ich persönlich muss ja sagen, ich finde es wurscht ob tätowiert oder nicht. Tattoos können sowohl wunderbare Geschichten als auch tragische Schicksale erzählen…

So nun aber genug erzählt. Ich wünsch euch allen noch einen schönen Abend und wer mag, kann mir ja gerne mal in die Kommentare schreiben, wie ihr so zu Tattoos steht. 🙂

One Reply to “Unter meiner Haut…”

  1. Hallo Sandra,
    ich gehe das Thema Tätowierungen ähnlich an wie du, ich überlege mir lange und gut was und warum ich mir das ausgewählte Motiv stechen lasse. Bei denen die ich bisher habe stechen lassen waren es vergleichbare Beweggründe wie bei dir.

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